Statistik

von Gabi Lässig / am 16.09.2018 / in Allgemein

Genau 100 Tage waren wir auf dieser Reise unterwegs.

1.153 Seemeilen haben wir dabei zurückgelegt, das sind 2.150 km.

In 17 verschiedenen Häfen haben wir uns herumgetrieben und in 8 verschiedenen Buchten den Anker fallen lassen oder an einer Boje festgemacht.

Von den vielen hundert geschossenen Fotos  sind zum heutigen Tag genau 1.300 bearbeitet und abgespeichert (das tägliche Abendvergnügen der Fotografin…).

Die Biskaya hat ihren Ruf als unangenehmes Segelrevier nicht von Ungefähr – aus unserer Sicht nicht wegen der heftigen Stürme, die uns ja erspart geblieben sind, sondern wegen der ständig präsenten Dünung und Welle, die das Schiff, vor allem das Rigg (Mast und Segel) ganz schön belasten. Und manchmal auch den Magen der Crew…

Die Ayoli hat uns tapfer durch alle Monate getragen, und abgesehen vom Ende des Autopiloten und dem Reißen der Reffleine gab es keinerlei Schäden oder Probleme mit dem Schiff. Da kann man nur sagen, dass Hallberg Rassy echte Qualität geliefert hat. Selbst der über 40 Jahre alte Motor lief stets zuverlässig und sparsam.

Unser Tiger – wir können ihn nicht genug loben. Er war der perfekte Bordhund (abgesehen von seiner Größe). Immer geduldig, hat alles mitgemacht, war immer lieb und hat sich jetzt die letzten zwei Wochen Ruhe hier echt verdient.

Das Zusammenleben auf dem kleinen Raum lief ebenfalls problemloser als erwartet. Keiner von uns musste auf seine Freiräume verzichten, es war wirklich sehr harmonisch, auch wenn wir so gut wie ständig zusammen waren und auch zusammen sein wollten. Klar knallte es auch hin und wieder – aber nicht öfter als zu Hause.

Das Essen, vor allem das spanische, ist etwas, was wir immer sehr genossen haben. Es war spannend, wie sich die Küche von Region zu Region verändert hat. Vor allem der Fisch, auch Tintenfisch in allen Variationen, war ein Erlebnis, aber auch das Fleisch, das qualitativ viel hochwertiger ist als wir es in der Regel bei uns bekommen. Und der Wein – mmmh!

Mit dem Wetter hatten wir echtes Glück. Auch wenn der Wind nicht immer so geweht hat, wie wir uns das gewünscht hätten, sind uns doch längere Regenperioden und Stürme erspart geblieben. Auch die Hitze hielt sich in Grenzen, und wir haben die armen Daheimgebliebenen echt bedauert. Selbst wenn es tagsüber mal richtig warm war, ist es nachts immer so weit abgekühlt, dass wir gut schlafen konnten.

Schön waren die Besuche von Alex und Coralie. Das hat noch mal tolle Abwechslung gebracht. Aber auch die Kommentare auf die Blog-Berichte und die Emails und WhatsApps von zu Hause haben uns gezeigt, dass uns viele Menschen in Gedanken gefolgt sind.

Nun schnaufen wir noch mal tief durch, bevor uns der Alltag wieder einfängt. Nächsten Dienstag fahre ich mit dem Zug zurück nach Stuttgart und freue mich schon unheimlich auf die Hochzeit von Sonja. Ein Wermutstropfen ist, dass die Zeit zu knapp war, um Jürgen und Tiger vorher noch mit dem Auto abzuholen, damit auch sie dabei sein können – das werde ich dann in der letzten Septemberwoche machen. Auch die Ayoli muss ja noch ausgeräumt und winterfest vertäut werden an ihrem neuen, wunderschönen Liegeplatz im Herzen der Bordeaux-Weingegend.

Es waren herrliche und unvergessliche Wochen, diese Sabbat-Reise. Wir haben keinen Moment bedauert, die damit verbundenen Anstrengungen und Einschränkungen eingegangen zu sein. Wir haben gelernt, unser Schiff sicher durch alle Situationen und in alle Häfen zu bringen und unseren Fähigkeiten zu vertrauen. Wir haben uns – selbst und gegenseitig – noch besser kennengelernt. Vielleicht können wir einen Teil der inneren Ruhe, die das Meer uns geschenkt hat, in den Alltag mitnehmen.

 

 

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